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Vom Tief zum Orkantief

Es ist Freitagabend der 26.Mai 2000: Windvorhersage vom Surf-Magazin und Wetteronline – Samstag OK, Sonntag na ja. Vormittags waren wir in Maasvlakte, Nachmittags dann am Deich… das ganze bei wunderschönem Wetter und anständig Wind. Der Samstag war gut, Wind aus Südwest für das 4,2er Segel, Wasser recht kabbelig und Sonne satt. Geparkt wird am Deich, bis zum Wasser sind es nur wenige Meter. Aber es sollte anderes kommen!

Zitat aus ZDF.MSNBC: VOM TIEF ZUM ORKANTIEF Ursache für den Wetterumschwung ist die Wandlung des Tiefs “Ginger” in ein Orkantief auf Grund großer Temperaturunterschiede. “Über England, Holland und Deutschland sind diese Gegensätze, bei denen kalte Luft aus dem Norden mit warmer Luft aus dem Süden zusammen trifft, sehr stark geworden”, erklärte Dieter von Bargen vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg. “Bei einer solchen Lage können sich schnell Orkantiefs entwickeln.” (…)

Orkan in Mitteleuropa Ende Mai, auch das gibt’s! Windböen, deren Spitzengeschwindigkeiten zwischen 104 und 112 km/h lagen, fegten am Sonntag besonders über die Beneluxstaaten und über den Nordwesten Deutschlands hinweg. Das ist zwar strenggenommen noch kein Orkan, denn der fängt erst bei 118 km/h an. Bis jetzt war ich immer der Meinung, bei 10-11 Beaufort kann man nicht surfen…kann man wooooohl… fragt sich nur wie… wir (Igor, ich und ein paar andere) haben es am Sonntag den 28.Mai 2000 im Grevelingen-Meer in der Abdeckung einer Landzunge an der Kabbelarsbank probiert!

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Durch die Landzunge hatten wir wenigstens einigermaßen glattes Wasser und konnten uns dann nur auf die heftigen Böen konzentrieren, was schon schwierig genug war. Denn sie hämmerten erbarmungslos ins Segel. Mein 3,3er ART Wave Pro fängt eigentlich erst bei satten 8-9 Bft. an zu ziehen, aber hast du schon mal Dein kleinstes Segel (natürlich vollständig aufgebaut) bei 100 Stundenkilometer aus dem fahrenden Auto gehalten? Es ist einfach nur eine Erfahrung, surfen kann man das eigentlich nicht mehr nennen. Vernünftig gerade aus fahren geht irgendwie nicht mehr, und wenn man sich ins Trapez einhängt, dann legt das Brett mit Überschallgeschwindigkeit los, so dass es viel zu schnell wird und dann kaum noch zu kontrollieren ist. Der Beachstart funktioniert nicht gleich beim ersten Mal, der Wasserstart geht da schon besser, obwohl es eher einem Katapultstart gleicht. Vorsichtig losfahren gibt es da nicht, frei nach dem Motto „Augen zu und durch”, einfach am Gabelbaum festbeißen, die Füße graben sich ganz tief in die Fußschlaufen ein und dann bloß nicht loslassen. Man kommt sich vor wie ein Rodeoreiter. Man sollte es kaum meinen, eine Halse kann man sogar mit etwas Glück stehen. Naja, manche Versuche gehen halt auch mal daneben. Man(n) kann ja nicht immer gewinnen. Aber wirklich stören tut es einen nicht. Dann kann man sich wenigstens wieder etwas ausruhen und in dem nächsten Loch zwischen den Böen wieder einen Startversuch wagen. Viel schwerer sind alle Aktionen an Land: Tragen von Segel und Brett im zusammen- gesteckten Zustand. Auf- oder Abbau des Riggs ohne Hilfe einer weiteren Person. Entnahme des Surfmaterials vom 3 Meter hohen Dach eines Womos?????? Neeeeeee, das kann man bei solch einem Wind wohl knicken. Der Stuff für die Knallertage gehört in´s und nicht auf´s Womo! Update: habe Satellitenbilder von Ginger gefunden

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